6 Tipps fuer gute Landschaftsfotografie Titel
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Gastbeitrag von Florian Westermann vom Blog phototravellers.de

Der Koch: „Ihre Fotos gefallen mir, Sie haben bestimmt eine gute Kamera.“ Der Fotograf nach dem Essen: „Das Essen war vorzüglich – Sie haben bestimmt gute Töpfe.

Gut, dieses Zitat stammt nicht von mir, sondern vom bekannten Modefotografen Helmut Newton. Aber kein Satz trifft die Sache besser. Ein guter Fotograf macht auch mit der denkbar schlechtesten Ausrüstung noch ein gutes Foto, während jemand, der sich nie mit der Materie beschäftigt hat, auch mit der teuersten Profiausrüstung scheitern wird. Dabei sind gute Landschaftsfotos kein Hexenwerk. Für Landschaftsfotografen gibt es einige Regeln, die grandiose Landschaftsbilder garantieren. Die sechs wichtigsten Tipps für richtig gute Bilder findet ihr in diesem Beitrag.

Über den Autor

Als professioneller Landschaftsfotograf berichtet Florian regelmäßig auf seinem Blog phototravellers.de über Themen aus den Bereichen Fotografie, Reisen und Wandern. Viele von Florians Bildern entstehen in den Alpen. Florians zweite Passion sind nämlich die Berge. In seinem eBook „101 Fotografien und die Geschichte dahinter“ gibt Florian außerdem viele wichtige Tipps rund um das Thema Fotografie sowie anhand von über 100 Beispielen einen Überblick darüber, was ein gutes Foto ausmacht.

Regel 1 in der Landschaftsfotografie: Niemals ohne Stativ

Ohne ein robustes Stativ geht es in der Landschaftsfotografie nicht. Ein Stativ mag schwer und sperrig sein (wobei es auch sehr leichte und kompakte Stative gibt). Dafür bist du mit einem Stativ unabhängig von den Lichtbedingungen und kannst dein Foto genauso lange belichten, wie es nötig ist. Auch den Bildaufbau wirst du mit einem Stativ viel bewusster bestimmen. Darum: Die teuerste Ausrüstung bringt dir in der Landschaftsfotografie nichts, wenn du dein Stativ zuhause lässt.

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Ein robustes Stativ ist in der Landschaftsfotografie unerlässlich

Regel 2 in der Landschaftsfotografie: Die Drittel-Regel

Ein mittiger Horizont sollte in der Landschaftsfotografie die Ausnahme sein. Der Horizont in der Mitte mag zwar unseren Sehgewohnheiten entsprechen – auf Landschaftsbildern wirkt das aber langweilig. Du solltest beim Bildaufbau unbedingt die Drittel-Regel beachten. Hierbei ist entweder ein Drittel des Himmels oder ein Drittel der Erde zu sehen. Die gleiche Regel gilt für das Hauptmotiv. Das Motiv wirkt besonders gut auf euren Fotos, wenn es mit Hilfe der Drittel-Regel, die sich an die Proportionslehre des Goldenen Schnitts anlehnt, platziert wird.

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An diesem Beispiel erkennt man schön, dass der Horizont im oberen Drittel des Bildes liegt und die Sonne ebenfalls im Schnittpunkt des Gitternetzes

Regel 3 in der Landschaftsfotografie: Die Linienführung

Eine besonders markante Linienführung, die den Betrachter regelrecht in das Foto zieht, kann aus einem guten Bild ein atemberaubendes machen. Linien sind ein essentieller Bestandteil beim Bildaufbau. Ein Steg am See etwa führt den Betrachter in das Foto hinein. Aber auch Steinformationen oder ein Baumstamm können diesen Zweck erfüllen. Die Linien sollten Betrachter ins Foto oder zum Hauptmotiv führen. Horizontale Linien quer durchs Foto solltest du vermeiden. Diese stoppen den Blick und sind in der Regel kontraproduktiv.

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Hier lacht das Fotografenherz. Die Linien im Fels ziehen den Betrachter in das Foto hinein

Regel 4 in der Landschaftsfotografie: Das beste Licht

Das schönste Motiv mit dem besten Bildaufbau nützt dir wenig, wenn das Licht nicht stimmt. Die besten Landschaftsfotos entstehen zur Goldenen Stunden. Das ist die Zeit kurz nach Sonnenaufgang beziehungsweise vor Sonnenuntergang. Dann wirft die Sonne lange Schatten und die Landschaft leuchtet in den schönsten Farben. Dieses ganz spezielle Licht gibt es oft nur wenige Minuten am Tag. Ebenfalls lohnend ist die Blaue Stunde, also die Zeit vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang. Mit etwas Glück leuchtet dann der Himmel knallrot. Durch die lange Belichtungszeit werden eure Fotos außerdem extrem farbintensiv. Mittagslicht solltest du indes meiden. Die Schatten sind kurz und die Kontraste extrem hart. Eine Ausnahme sind Meerbilder. Das Türkis des Wassers kommt besonders gut zur Geltung, wenn die Sonne hoch am Himmel steht.

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Kurz nach Sonnenaufgang zur Goldenen Stunde leuchtet die Landschaft

Regel 5 in der Landschaftsfotografie: Die richtigen Einstellungen

Richtig gute Landschaftsfotos entstehen nicht durch Zufall. Du solltest die Einstellungen an der Kamera manuell vornehmen. Die Kamera weiß schließlich nicht, welche Bildwirkung du erzielen willst. Soll die Meeresbrandung noch dynamisch sein und wenn ja, wie stark, oder soll das Meer wie Nebel wirken? Zeit, Blende und ISO-Wert solltest du daher immer manuell einstellen. Ganz wichtig dabei ist, dass deine Bilder von vorne bis hinten scharf werden. Nutze dafür je nach Kamerasensor einen Blendenwert zwischen 11 und 18. Außerdem muss der Fokus richtig sitzen. Das Geheimnis ist die Hyperfokale Distanz. Das ist die Distanz, auf die man bei einer bestimmten Blende scharfstellen muss, um den Tiefenschärfenbereich optimal auszunutzen.

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Wie das Wasser und damit das Bild wirkt, bestimmt die Länge der Belichtungszeit

 

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In der Landschaftsfotografie sollte vom Vordergrund bis zum Horizont alles scharf sein

Regel 6 in der Landschaftsfotografie: Bilder entwickeln

Nach dem Shooting geht’s in die digitale Dunkelkammer. Genau wie in der analogen Zeit muss auch ein digitales Foto entwickelt werden. Mit Programmen wie Adobe Lightroom kannst du den Horizont begradigen oder Staubflecken, Vignettierungen oder Verzerrungen entfernen. Außerdem kannst du etwa den Weißabgleich anpassen, Tiefen aufhellen und Lichter zurückholen und an Kontrast, Schärfe oder einzelnen Farbkanälen schrauben. Dazu musst du deine Fotos aber zwingend im Rohdatenformat (RAW) aufnehmen.

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An diesem Beispiel ist schön zu sehen, was die Entwicklung in Lightroom (rechts) aus einem Foto rausholt

Und jetzt schnapp dir deine Kamera

Mit diesen einfachen Regeln gelingen dir in Zukunft garantiert bessere Landschaftsfotos. Aber vergiss nicht: Nur Übung macht den Meister. Willst du wirklich tolle Fotos schießen, darf die Praxis nicht fehlen. Also, worauf wartest du. Schnapp dir die Kamera und suche dir ein tolles Motiv. Beachte dabei die Tipps für bessere Landschaftsfotos und du wirst den Unterschied schnell feststellen.

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